Züchter im Portrait: Familie Blass

Zuchtbetrieb Familie Herman und Elke Blass

Ein Aushängeschild der Zweibrücker Pferdezucht

Elke und Hermann Blass bei der Einweihung des Kerpenhofes
Elke und Hermann Blass bei der Einweihung
des Kerpenhof in Illingen im Jahr 1985
Pferde züchten heißt in Generationen Denken. - Ein Leitgedanke, der im Zuchtbetrieb der Familie Blass aus Illingen, einem kleinen Ort im Herzen des Saarlandes, groß schreibt. Hermann und Elke Blass haben gemeinsam mit ihren Kindern Julia und Sören mit viel Passion, Fachlichkeit und reitsportlich orientierter Selektion einen erfolgreichen Zweibrücker Zuchtbetrieb aufgebaut. Hermann Blass stammt aus einem Landwirtschaftlichen Betrieb und aus einer Familie, in der Pferde schon seit Generationen eine wichtige Rolle gespielt haben. Die Mutter Elke Blass war von Kindesbeinen den Pferden und der Reiterei zutiefst verbunden. Diese Verbundenheit übertrug sich auch schnell auf die Großmutter, heute 78 Lenze zählend, die sich als Späteinsteigerin mit 40 Jahren erstmalig in den Sattel wagte und diesem Hobby bis zu ihrem 70 Lebensjahr mit fast täglichen mehrstündigen Geländeritten treu blieb. Auch heute noch unterstützt sie Tochter und Enkel und ist auf jeder Schau und jedem Turnier dabei. Ein solches Familienfundament bietet fraglos beste Voraussetzungen für Erfolge in Zucht und Reiterei. So gingen aus der Blass’schen Zucht zahlreiche Siegerfohlen, Siegerstuten und etliche Sportpferde u.a. mit Erfolgen bis S*** hervor.

 
Auf dem 1985 auf einer idyllisch gelegenen Anhöhe in Illingen erbaute Kerpenhof, einem 100 ha großem Aussiedlerhof, hat neben der Milchviehhaltung, die Pferdezucht mit 4 bis 5 Fohlen jährlich von Beginn an einen festen Platz. Ausganbgsstute der Blass’schen Zucht war die 1979 geborene Stute La Fleur (Ludmilla) von Luchs. Sie erwies sich später als absoluter Glücksgriff. Die selbst auf Zuchtschauen erfolgreiche Stute lieferte Fohlen von hoher Wertschätzung. Ihre Tochter Zakspeed’s Girl vom Zeus-Sohn Zakspeed wurde aufgrund ihrer Vererbungsleistung mit dem Prädikat Zuchtelite ausgezeichnet. Zakspeed’s Girl stammt aus dem alten Zweibrücker Stamm 250 der sich auf den Bereich der ehemaligen Deckstelle Fohlenhof Schwarzenbach gründet. Die Stute selbst war in Reitpferdeprüfungen platziert. Aus dieser Stutenfamilie kamen in allen Generationen Sportpferde wie z.B. der Grandus-Sohn Giacomo der im Springsport hocherfolgreich war. Oder aber der Mars – Der Unhold xx – Buridan – Normer Nachkomme Manolito der 1985 den 3. Platz bei den Deutschen Meisterschaften Dresur Junioren belegte. Die Zucht-Elite Stute Zakspeed’s Girl brachte als erstes Fohlen den mittlerweile auf Nationenpreisen und bis SPR S*** erfolgreichen Platin von Power Light (Reiter: Sang-Wuk Song). Ebenso weist ihr 2001 geborener Lux Z Sohn Lux B (Reiter: Karsten Schäfer) Erfolge im Springen bis zur Klasse S auf. Der Cesano II Sohn Carlito war mit Hans-Günter Klein 2008 Landessprinpferdechampion bei den 6 jährigen. Heute wird er geritten von Peter Fröhlich. Heute noch ist Zeremonie im Alter von 22 Jahren in bester körperlicher Verfassung und tragend von dem Topvererber Clinton. Als besonderer Zuchterfolg ist auch ihre Tochter Courrage v. Champ of Class zu bewerten, die u.a. die Eliteschau- und Landesstutenschausiegerin Luna B v. Limited Edition hervorbrachte. Eine weitere Tochter der Ludmilla war die Power Prince Tochter Pilar. Pilar brachte u. a. Die VPrST Luxette von Lux Z die in der Anpaarung mit Quidam´s Rubin die hochbewertete StPrSt Quickstep hervorbrachte. Quickstep war Vize Championess beim Zweibrücker Freispringwettbewerb 2007 und im Jahr 2009 Siegerin der Zuchtstutenprüfung (Springen 9,0). Das 3. Stutfohlen der Ludmilla, die bereits früh verstorbene Grundgold Tochter Grundi, brachte mit Susi B v. Sir Satchmo eine bedeutende und bewegungsstarke Tochter. Sie war in jungen Jahren siegreich in Spring- und Dressurpferdeprüfungen und war mehrmals Gesamtsiegerstute auf Stutenschauen. Sie brachte u.a. im Jahr 2009 das Siegerhengstfohlen der Landesschau in Webenheim.

Soeren und Julia Blass mit Susi B Archiv Blass
Die beiden Züchtergeschwister
Sören und Julia Blass
Gesunde, moderne und über Generationen im Sport überprüfte Pferde zu züchten ist der Leitgedanke und fraglos auch ein Teil des Erfolgsrezeptes der Blass’schen Zucht. Neben der grundlegenden Exterieur-Qualität müssen die Pferde auch die Einstellung zum Sport mitbringen, um einem Profi sowie einem Amateur in jeder Lage ein guter Partner zu sein. - Die besten Stuten gehen in die Zucht.

Der Zweibrücker Zuchtbetrieb ist ein Familienbetrieb. Ein jeder hat seine Aufgabenbereiche in Zucht, Aufzucht, Ausbildung und sportlicher Vorstelung der Pferde. Die gegenseitige Unterstützungist dabei ebenso wichtig wie die Fachlichkeit und die Liebe zu den Pferden und der Zucht die alle Generationen miteinander verbindet. - Alle ziehen an einem Strang. - Ein großer Schicksalsschlag war der plötzliche und unerwartete Tod des Vaters Herman Blass im Jahr 2007. - Ein schwerer Schlag für die ganze Familie. - Neben dem privaten und menschlichen Verlust ist für die Familie auch ein Mann mit einem besonderen Auge und großem Geschick für passende Anpaarungen verloren gegangen. Sein Sohn Sören (22 Jahre) versucht sein Erbe fortzuführen. Er studiert seit vergangenem Jahr Tiermedizin und widmet sich mit ebenso großer Leidenschaft der Zuchtauswahl. Er sucht passende Hengstvorschläge, die dann im ‚Familienrat‘ diskutiert werden. Eine besondere Leidenschaft des Züchtersohnes Sören Blass ist das Vorstellen der Pferde auf Schauen, das er stets mit viel Einsatz und großem Geschick macht. Die beiden Schwestern des Sören, die gerade 8-jährige Jelte und die inzwischen 27-jährige Julia Blass, widmen sich ebenso den Pferden in allen Facetten. Jelte sie reitet bereits kleine Turnieren und verbringt ihre Zeit am liebsten im Stall bei den Fohlen. Julia, übrigens eine gelernte Pferdewirtin, wird im kommenden Jahr nach Beendigung ihres Studiums ihre Meisterprüfung ablegen. Sie ist vornehmlich im Bereich der Ausbildung der Pferde und deren Turniervorstellung im Einsatz. Dank der guten Ausbildung und das Privileg, dass sehr gute Pferde der eigenen Zucht nicht verkauft wurden kann sie heute selbst gezüchtete Pferde in Dressur und Springprüfungen bis zur Klasse M vorstellen. Zum Schluss ein Zitat der Züchtertochter Julia, das Persönlichkeit und etwas Philosophie der Fanilie widersoiegelt: „Den Zuchtfortschritt über Jahre zu sehen ist toll aber genauso schön ist, dass zu spüren und zu sehen was bleibt. .... Oft setzte ich mich auf ein junges Pferd und habe das Gefühl als hätte ich es schon ewig unter dem Sattel, da ich schon Mutter und Großmutter des Pferdes geritten habe. ... „


H.-W. Kusserow, LWK Rheinland-Pfalz



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